Aktionsbündnis Artenschutz

Aktion - "Nimm drei!"

Gedanken, die uns zu einem Artikel aus der Rundschau kamen, der von den Arbeit der Müllsammler handelt, die jedes Frühjahr 200 Kilometer laufen, um den Müll zu beseitigen, den Leute in die Umwelt entsorgt haben.

Oft genug kann man während einer Autofahrt beobachten, wie aus dem Fenster des vorausfahrenden Fahrzeugs Plastikbecher, Bananenschalen, Pizzakartons, Alufolie und Plastiktüten oder Zigarettenkippen fliegen. Bei voller Fahrt. Diese landen dann im Straßengraben, im Gras oder der Wind weht den Abfall in die Felder und die Hecken. Oft genug sieht man im Frühjahr unzählige Plastikteile am Straßenrand und man hofft, dass bald Gras darüber wachsen wird.

 

Seit wir am 1. Mai in der Rundschau den Artikel „Aufräumen am Straßenrand“  lesen konnten, wissen wir, dass es so nicht ist, sondern dass unzählige fleißige Arbeiter des Kreisbauhofs im Frühjahr sage und schreibe 195 Kilometer unterwegs sind, um 15 Kubikmeter Müll, der während des Jahres rücksichtslos in die Umwelt entsorgt wurde, einzusammeln. Hier handelt es sich nur um die Straßenränder. Der Müll, der von Spaziergängern in Wald und Wiese liegengelassen wird, wird in dem Artikel nicht erwähnt. Den Steuerzahler kostet diese Reinigungsaktion 15 000 Euro pro Jahr. Wie viele Bücher und Spiele könnten von diesem Geld Kindergärten zur Verfügung gestellt werden, wie viele Paar Schuhe könnten Kinder von bedürftigen Familien dafür bekommen?

 

Dabei weiß man doch, dass sich gerade Plastik Jahrzehnte lang nicht zersetzt, dass sich Tiere darin verfangen, dass Tiere Plastikteile für Nahrung halten und daran sterben. Und man weiß doch, dass Hartplastik, wenn es zum Beispiel von einem Autorreifen zerbrochen wird, messerscharfe Kanten bekommt, an denen sich nicht nur Tiere, sondern vor allem auch Kinder verletzen können. Selbst wenn Plastik sandkornklein zu Mikroplastik zerfällt, kann es durch das Grundwasser in die Zellen von Lebewesen wandern und dort Krebs erzeugen.

 

Weniger Menschen wissen, dass ein einziger achtlos weggeworfener Zigarettenstummel 40 Liter Grundwasser verseucht, wenn die Schadstoffe durch das Regenwasser in die Erde gelangen. Drei Viertel der 4 Millionen in Deutschland verbrauchten Zigarettenkippen landen nicht im Aschenbecher, sondern in der Umwelt. Da braucht man nur hochzurechnen, wieviel Wasser dadurch ungenießbar wird.

 

In dem Artikel lesen wir davon, dass die Arbeiter des Kreisbauhofs sogar nicht entleerte Öldosen im Straßengraben finden. Man muss sich nur vor Augen halten, dass ein einziger Tropfen Öl 600 – 1000 Liter Wasser als Lebensmittel unbrauchbar macht. Wie viele Tropfen Öl hat wohl diese Dose noch enthalten?

 

Die durch unsere Steuergelder bezahlten Müllsammler sind durch so viel Rücksichtslosigkeit überfordert. Sammlungen im Rahmen von Schulprojekten oder von den Jugendgruppen der Vereine sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir alle müssen uns verantwortlich fühlen für die Umwelt und unsere Mitgeschöpfe. Jeder einzelne muss dafür sorgen, dass der Müll aus der Umwelt verschwindet.

 

Was aber, wenn Appelle nicht fruchten?

 

In Schweden zum Beispiel gibt eine erfolgreiche Kampagne, die „Plogging“ heißt: Jogger haben Tüte und Handschuh dabei. Wenn sie auf ihrer Joggingstrecke Müll entdecken, sammeln sie ihn ein und entsorgen ihn zu Hause korrekt.

 

Und wie wäre es mit einer Kampagne für Kulmbach? „Nimm drei“ könnte sie heißen: Jeder Bürger nimmt auf Spaziergänge Tüte und Handschuh mit und sorgt dafür, dass drei umweltschädliche Stoffe eingesammelt werden. Das wären bei einer fünfköpfigen Familie 15 Teile pro Spaziergang. Hochgerechnet auf alle Spaziergänger über das Jahr … Kaum vorstellbar, dass es dann noch viel Müll in Kulmbachs Natur gibt.  Und könnte das nicht den positiven Nebeneffekt haben, dass gerade Kinder nicht mehr maulend mit ihren Eltern wandern gehen, sondern einen großen Spaß an diesem sinnvollen Auftrag haben? Ganz nebenbei kann man mit ihnen dabei über den Sinn der Müllentsorgung sprechen und ganz nebenbei lernen sie, dass die Umwelt sauber bleiben muss.

  

Aktionsbündnis Artenschutz von Tra.Ku.La (Transition Kulmbacher Land)