Erster Kunstworkshop unserer Künstlergruppe am 18.5.2019:

Naturbetrachtung – Einführung in einen Pflanzenfarbherstellungsprozess mit Angelika Gigauri

Was in einem grünen Birkenblatt alles an Farbnuancen enthalten ist, dem kamen wir in diesem Workshop zur Herstellung von Pflanzenfarben mit Angelika Gigauri auf die Spur.

So machten wir uns auf den Weg zu einer schönen Birke, um sie erst einmal genau anzusehen, wahrzunehmen, eine Beziehung zu ihr herzustellen. Denn das ist, betont Angelika Gigauri, sehr wichtig, in der Natur sei alles ein Geben und Nehmen.

Erstmalig fiel mir auf, wie die Äste in feinsten herabhängenden Zweigen enden. Dazwischen saftig grüne Blüten, die Blätter gezackt, oben dunkelgrün, unten zartgrün. Auch die Strukturen der weißen Rinde sind faszinierend. Weiß steht für Frisch und Jugend einerseits, in manchen Kulturen aber auch für Tod.

Nach ein paar Skizzen ging es dann ins Atelier, wo wir ein paar Minuten in einer Meditation unsere Eindrücke noch einmal auf uns wirken ließen.

Was würden die Birkenblätter für eine Farbe hervorzaubern? Darauf war ich schon sehr gespannt.

Als die Birkenblätter eine Weile in Wasser kochten, entfaltete sich schon recht bald der süßlich Duft von Birkentee. Nun wurde der Sud durch einen Kaffeefilter und ein Tuch in ein großes Glas filtriert und es hatte sich ein sattes Gelb entwickelt.

 

Jetzt kam ein Löffel Alaunsalz (Kalium-Aluminium-Sulfat, Alaun lateinisch alumen „bitteres Tonerdesalz“) in den Extrakt und es hieß, ein wenig abwarten.

Und kam der Moment, als Angelika einen Löffel Pottasche (Kaliumcarbonat) in die Lösung gab. Es schäumte kräftig und ich konnte mir kaum vorstellen, dass dieser gelbe Schaum durch Rühren bald wieder zusammenfallen würde. Also ran an ans Umrühren. Als es so weit war, flockte die Lösung aus. Erneut passierte das Ganze einen Kaffeefilter und hängen blieb der sogenannte „Farbpudding“, der getrocknet und fein zerrieben das Pigment ergibt.

 

Vermischt mit einem Bindemittel entstehen dann die Farben zum Malen.

Was Pflanzen alles an Farben enthalten, sieht man an vielen Gläschen mit Pigmenten im Atelier. So gibt es allein schon eine Vielzahl an Rot- und Rosatönen. „Die Pigmente sind kristallin aufgebaut. Das macht die vielen Farbnuancen in diesen Pflanzenfarben aus“, erklärt Angelika.

 

An diesem Nachmittag kam ich ins Stauen, welch genialer Künstler die Natur ist und dass wir alles tun sollten, um sie zu erhalten.

Nächster Termin:

So 26.5.19, Treffpunkt Stadthalle um 16.00 Uhr

Kontakt:

Angelika Gigauri

Tel. 09221 4079050

angelikagigauri@gmail.com

 

Seht euch die Bildergalerie an!